Der Karriere-Turbo

Der Karriere-Turbo: Online bewerben mit einer Job-App

Patrick Seiter ist Ausbildungsleiter eines Unternehmens der Elektro-Industrie mit weltweit 2.800 Mitarbeitern. Jedes Jahr werden 18 Ausbildungsplätze neu besetzt – jetzt sitzt er mit allen Ausbildern bei einem Meeting und es wird über die Planung des kommenden Ausbildungsjahres gesprochen. Doch plötzlich öffnet sich die Tür und seine Sekretärin betritt den Raum: „Herr Seiter, unten an der Rezeption wartet ein junger Mann und möchte Sie sprechen!“Patrick Seiter ist Ausbildungsleiter eines Unternehmens der Elektro-Industrie mit weltweit 2.800 Mitarbeitern. Jedes Jahr werden 18 Ausbildungsplätze neu besetzt – jetzt sitzt er mit allen Ausbildern bei einem Meeting und es wird über die Planung des kommenden Ausbildungsjahres gesprochen.

Doch plötzlich öffnet sich die Tür und seine Sekretärin betritt den Raum: „Herr Seiter, unten an der Rezeption wartet ein junger Mann und möchte Sie sprechen!“Patrick Seiter unterbricht sein Gespräch und schaut seine Sekretärin etwas überrascht an: „Ja, und um was geht es?“ – „Das weiß ich auch nicht“, meint die Sekretärin, „aber es wäre wohl das Beste, wenn Sie runter gehen, um genau das herauszufinden!“ – „Na, gut“, meint Herr Seiter, steht auf, zieht sein Jackett an und bewegt sich zum Fahrstuhl, um zum Empfang in das Erdgeschoss zu fahren. In der Eingangshalle angekommen, sieht er einen jungen Mann, so etwa 15 Jahre alt, mit einer Bewerbungsmappe in der Hand – offensichtlich der unangekündigte Besucher! „Guten Tag, mein Name ist Patrick Seiter, was kann ich für Sie tun?“ – „Ja“, stottert der junge Mann „Ich bin Marcel Schulz und möchte mich bei Ihnen als Bürokaufmann bewerben – hier sind meine Unterlagen.“ – Mit diesen Worten überreicht er Herrn Seiter seine Bewerbungsmappe, die dieser auch wohlwollend entgegennimmt. „Vielen Dank, Herr Schulz, aber wissen Sie nicht, dass man sich bei uns nur online bewerben kann?“ – „Nein“, meint der Bewerber Schulz, „aber mein Vater hat gesagt, es wäre besser, seine Unterlagen persönlich abzugeben, denn so können Sie mich auch gleich kennen lernen.“ –  „Das ist sehr mutig von Ihnen, bei uns persönlich vorbeizukommen,“ fährt Herr Seiter fort, „aber Sie haben mich gerade aus einem wichtigen Meeting herausgeholt und dort oben warten jetzt zwölf Leute auf mich, bis ich wieder zurückkehre – also, erst mal freue ich mich über Ihr Interesse an einem Ausbildungsplatz bei uns, nehme auch Ihre Bewerbung gerne an, möchte Sie aber doch bitten, Ihre Bewerbung bei unserem Online-Portal nochmals einzugeben.“ Das ist wohl nicht so gut gelaufen! Eine aktuelle Studie der Job-Börse StepStone belegt, dass sich nur noch 10% aller Bewerber schriftlich bewerben – der Rest bewirbt sich per E-Mail oder auf den Online-Bewerbungs-Portalen der Unternehmen. Bei einer Online-Bewerbung muss ein Bewerber viele Felder ausfüllen und die Bewerbungsunterlagen hochladen. Manchmal müssen sogar Schulnoten für bestimmte Fächer eintragen werden. Dies ermöglicht dem Unternehmen eine faire Vorauswahl.

Doch warum bevorzugen Unternehmen eine Online-Bewerbung?

(_1): Der Bewerber kann hier zeigen, dass er über die Kompetenz verfügt, mit einer Office-Anwendung eine Bewerbung zu schreiben und in der Lage ist, mit dem Internet umzugehen.

(_2): Die Personalauswahl wird von einer Software im Unternehmen verwaltet; eine Papier-Bewerbung müsste nun mühsam von einer Bürokraft extra erfasst werden. Das ist Mehrarbeit und die Papier-Bewerbungen landen daher ganz unten im Stapel!

(_3): Im Unternehmen entscheiden nicht nur die Personaler, sondern vor allem die Fachabteilungen. Eine digitale Bewerbung lässt sich im Unternehmen besser verteilen.

(_4): Eine so genannte „eRecruiting-Software“ (Personalbeschaffungs-Programm) übernimmt Verwaltungsarbeit: So werden eingehende Bewerbungen per E-Mail automatisch bestätigt und für den Bewerber selbst ist der aktuelle Stand online abrufbar. Zudem werden Termine für Bewerbungsgespräche automatisch vom System vorgeschlagen und Einladungen an die Bewerber per E-Mail versendet.

(_5): Da die Anforderungen an die Bewerber im System erfasst sind, können besonders geeignete Kandidaten schnell gefunden werden. über eine Absage entscheidet jedoch nicht das System, sondern immer eine fachlich zuständige Person. Allerdings kann die Software Bewerber für eine Absage vorschlagen, wenn bestimmte Kriterien nicht erfüllt sind.

Wichtige Tipps zur Online-Bewerbung

(_1): Bewerbe Dich ausschließlich auf dem Online-Portal des Unternehmens. Lese vorher die Firmen-Philosophie und die Pressemitteilungen.

(_2): Lese Dir genau durch, welche Informationen online eingegeben werden mssen und welche Art von Dokumenten hochgeladen werden sollen: Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, Foto.

(_3): Achte auf die Anforderungen in der Stellenanzeige und formuliere nun die komplette Bewerbung mit einer Textverarbeitung und wandle alle Dokumente in das vom Unternehmen gewünschte Format um. Die Zeugnisse sollten jetzt gescannt werden, damit diese während der Eingabe auch digital vorliegen.

(_4): Achte bei der Eingabe auf Tippfehler! Personaler achten sehr auf Tipp- und Schreibfehler – dies sind die wichtigsten Gründe für eine Ablehnung! Sorge dafür, dass Du nicht gestört wirst und lasse Dich nicht von einem laufenden Fernseher ablenken.

(_5): Verwende eine seriöse E-Mail-Adresse: schnucki-mausi@zicken-club.de kommt nicht so gut an!Die Daimler AG geht sogar noch einen Schritt weiter: Der neue „Job-Agent“ ist eine App! Auf diesem Portal kann man seine Bewerbung hinterlegen und der Job-Agent sucht dann automatisch nach dem richtigen Job. Die Job-App ist übrigens im iTunes Store erhältlich.

Autor: Thomas Veith

Weitere Informationen:

SWR2 Wissen – Die digitale Bewerbung – Personalauswahl 2.0